„Ikora“-Trichtervase, WMF, Deutschland, 1930/31

Trichterform mit weit ausgestellter Mündung über flach ausgestelltem Tellerfuß. Farbloses, mehrschichtiges, sog. „Ikora“-Glas, mit silbrig-weißem und „krischrotem“ Craquelée in der Zwischenschicht, transparent im mittleren Bereich der Wandung mit Aventurinen und Glimmer, im Mündungsbereich verlaufend opak „birkengrün“ unterfangen, flacher Stand mit Bodenkugel. (Farbbezeichnungen hier nach WMF).

Ausführung: Glashütte der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF), 1930/31.
Entwurf: „Neue Kunstgewerbliche Abteilung“ der WMF, geleitet durch Karl Wiedmann.
Maße: 28 cm hoch; Stand 9,7 cm im Durchmesser; Öffnung 14,2 cm im Durchmesser.
Bez. durch Reste des Originaletiketts.

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Art.-Nr.: G3012424 Kategorien: Schlüsselworte: , , , , ,

Beschreibung

Die WMF stellte ihre erste „Ikora-Kristall“ – Kollektion 1927 auf der Leipziger Messe vor. Karl Wiedmann, der glastechnische Leiter der WMF, hatte in der „Neuen Kunstgewerblichen Abteilung“  (NKA) dazu vielfältige Experimente durchgeführt und ca. 5000 Rezepturen erarbeitet.

Die Faszination des Ikora-Kristall-Glases beruht auf der Wirkung von verschiedenen sich überlagernden, gefärbten oder strukturierten Glas-Schichten mit in den Zwischenschichten eingeschlossenen, farbigen Dekorationen. Die Auswahl der Dekorationsmöglichkeiten war vielfältig und variantenreich. Das Glas konnte partiell mit farbigen Pudern oder mit Kröseln bestreut (Pulveraufschmelzung) und dann mit Klarglas überfangen werden (Pulvereinschmelzung). Feinmaschige Farbnetzstrukturen entstanden dann durch Craquelieren und anschließendes Tauchen in Metallsalzlösungen. Beispielsweise wurde, wie hier, das weiße Netz durch eine Aluminiumnitratlösung erzeugt, das überlagerte rote Netz durch eine Manganlösung. Die interessanten Farbfelder entstanden durch Aufsetzen und Anheften eines getrennt geblasenen Farbkülbels, das mit der Schere aufgeschnitten und – zu Zungen ausgezogen – auf die Wandung gelegt wurde. Diese Technik findet man insbesondere bei Stücken aus den 30er Jahren. Vergleichsweise selten findet man die hier unter Glasschichten eingeschlossenen Aventurinen und Glimmer.

Aus wirtschaftlichen Gründen musste bereits im Jahr 1936 die Ikora-Produktion eingeschränkt werden. Der Ausbruch des Krieges im Jahr 1939 brachte dann ein vorläufiges Ende. Erst 1948 wurde die Produktion wieder in einer begrenzten Farbpalette bis 1954 aufgenommen. Danach stelle die WMF die Produktion endgültig ein.

In: Preisbuch Württembergische Metallwarenfabrik Geislingen-Steige, Ikora-Kristall, 1930/31, Modell 506, in: Burschel/Scheiffele 2003, S.116.
Verkaufskatalog WMF Geislingen, Ikora- und Myra-Kristall, Neuheiten 1933-1935/II, Geislingen 1935, Nr.E 505/1887.
Preisref.: Quittenbaum München, Auktion 52, 11.4.2005, Los 602, Zuschlag 700 € zzgl. Aufgeld (identisch) und Quittenbaum München, Auktion 48, 30.10.2004, Los 981, ebenso.

Zusätzliche Information

Gewicht 2 kg

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